Neubau

In der Rubrik „Neubau“ wollen wir unterschiedliche Konzepte für das Wohnen vorstellen. Projekte reichen von Einfamilienhäusern bis hin zu Mehrfamilienhäusern oder Wohnprojekten. Dabei ist es nicht relevant, ob es sich um Mietobjekte oder Eigentum handelt, vielmehr sollen unterschiedliche Wohnkonzepte mit ihren Besonderheiten aufgezeigt werden.

THEMENVIELFALT

Die Besonderheiten können dabei zum Beispiel die Wohnformen sein wie es im „Haus der Begegnung“ der Fall ist, bei dem betreutes Wohnen in neuer Form zusammen spielt mit intern und extern genutzten Flächen. Der Vorteil liegt auf der Hand. Es entstand hier ein innerörtliches ganz besonderes Konzept, welches jung und alt direkt zusammenbringt.

Weitere Themen können beispielsweise Bauweisen betreffen. Ein Haus aus Stroh oder ein in Holzbauweise spart wichtige Ressourcen und nutzt nachwachsende Rohstoffe. Auch hier werden die besonderen Aspekte beleuchtet und für Sie aufbereitet.

Weitere Aspekte können ein besonderes Energiekonzept betreffen oder aber einen besonders flexiblen Grundriss.

Haus der Begegnung

AUS ALT MACH NEU

Am Standort des ehemaligen Caritashauses in Kirchanschöring wurde nach jahrelangem Bemühen mit dem Haus der Begegnung ein Gebäude errichtet, das nicht nur in der Region neue Maßstäbe hinsichtlich Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit setzt. Die einzigartige Kombination aus barrierearmen Appartements, Mietwohnungen im sozialen und kommunalen Wohnungsbau sowie einer Arztpraxis, dem Sozialbüro der Gemeinde und Versammlungs- und Gemeinschaftsräumen bietet vor allem für ältere Mitbürger – und bewusst nicht nur für Bewohner – ein wichtiges Begegnungszentrum. Im ersten Halbjahr 2018 eröffnet hat sich das Haus der Begegnung und die dort lokalisierten Angebote bereits bestens etabliert und ins Gemeindeleben integriert.

REVITALISIERUNG IN DER ORTSMITTE

Seit Jahrzehnten bot das sogenannte Caritashaus den Kirchanschöringern bezahlbaren Wohnraum, der auch rege in Anspruch genommen wurde. Doch Mitte der 1990er Jahre wurde allmählich deutlich, dass der Betrieb des Gebäudes aufgrund seines nicht mehr renovierfähigen Zustandes nicht mehr fortgesetzt werden konnte. Bereits ab 2002 plante die Kommune gemeinsam mit Bürgern und Aktiven eine langfristige neue Lösung, die sich als deutlich schwieriger als erhofft herausstellte. Im Laufe der Jahre scheiterten mehrere Förderanträge, ehe 2016 nach langen 14 Jahren der Planung endlich der Startschuss erfolgte. Unterstütz durch Fördergelder, Förderkrediten und privaten Spenden wurde die perfekte auf Kirchanschöring zugeschnittene soziale Dorfmitte zügig errichtet und eingeweiht.

NACHHALTIGKEIT IN ALLEN ASPEKTEN

Müsste das Haus der Begegnung mit einem einzigen Wort beschrieben werden, wäre dieses Wort „Nachhaltigkeit“, das auf fast alle Aspekte des Baus und der Nutzung zutrifft. Ein ganzheitlicher Ansatz sozusagen. Durch Wohnangebote für Seniorinnen und Senioren, die nicht mehr in ihrem angestammten Haus oder einer eigenen Wohnung leben können, ermöglicht es die Gemeinde ihnen auch im Alter in der angestammten Umgebung bleiben zu können. Soziale Kontakte und die Anbindung ans traditionelle sowie kulturelle Dorfleben bleiben dadurch länger bestehen, was allen zugutekommt. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch die ambulant betreute Wohngemeinschaft, in der die Bewohner in ständigem Kontakt gemeinsam leben können und bei Bedarf unterstützt werden. Durch die angesiedelte Arztpraxis und das angeschlossene Sozialbüro werden wichtige Dienstleistungen direkt vor Ort angeboten, was oft weite, zeitaufwändige und dadurch anstrengende Wege überflüssig macht. Die Gemeinde Kirchanschöring hat somit ein umfassendes Angebot geschaffen und dabei einen wichtigen Baustein der zentralen Gemeinwohlkommune geschaffen.

ÖKOLOGIE UND NACHHALTIGKEIT AM BAU

Ein besonderes Augenmerk legte die Gemeinde Kirchanschöring bei der Planung und dem Bau des Haus der Begegnung auch auf nachhaltige und zukunftsfähige Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen. Besonders Holz spielte beim Bau und der Fassadengestaltung eine große Rolle. Aber auch die Farbgestaltung der Außen- und Innenräume wurde professionell geplant, um eine je nach Nutzung des Raums passende Atmosphäre zu schaffen. Durch abgestimmte Farbgebung, Wahl der Materialien und auflockernde Elemente wird ein wohnlicher Charakter geschaffen. Gezielt eingesetzte Kontraste erleichtern dabei gerade älteren Menschen die Orientierung und sorgen so für ein sichereres und angenehmeres Umfeld. Die Auswahl der benutzten Farben erfolgte ebenso nach ökologischen Gesichtspunkten. Diese bestehen zum größten Teil aus nachwachsenden Rohstoffen, sind konservierungsmittelfrei und verzichten weitestgehend auf Erdöl- oder Erdgasbestandteile, die in vielen konservativen Alternativen einen deutlich größeren Anteil zu verzeichnen haben.

Steckbrief & Downloads

Bauherr: Kommunale Wohnbaugesellschaft Kirchanschöring
Architekten: Marx + Mayer Gemeinschaftshaus Planungs- und Entwicklungs GmbH, Prien am Chiemsee
Standort: Georg-Rinser-Weg 3 ½, 83417 Kirchanschöring
Besonderheiten: Sozialer Mittelpunkt, Senioren- Pflegewohngemeinschaft