Sanierung

ALTE BAUSUBSTANZ NEU GEDACHT

In dieser Rubrik wollen wir uns dem Thema Sanierung, Anbau, Aufstockung und Umbau widmen. Viele Gebäude in der Region, gerade innerörtlich stehen leer. Auch Höfe oder ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude werden vorzugsweise saniert und umgenutzt, um wertvolle Ressourcen zu sparen und den ländlichen Charakter unserer wunderschönen Region zu erhalten. Dabei handelt es sich nur zu kleinen Teilen um beispielsweise denkmalgeschützte Gebäude, die nur unter strengen Auflagen verändert werden dürfen. Häufig sind es schlichte Ein- oder Zweifamilienhäuser oder gemischt genutzte Gebäude mit ehemals teilgewerblicher Nutzung, die der Erneuerung und des Umbaus bedürfen.

So werden hier im Laufe der Zeit sehr unterschiedliche Konzepte für den Umgang mit alter Bausubstanz dargestellt werden. Ein Beispiel bildet der Knallerhof mit Umbau und Restaurierung, dessen Hautgebäude noch aus dem 17. Jahrhundert stammt. Ein weiteres Beispiel wird die Umnutzung des alten Bahnhofs in Tittmoning, welches sich noch in der Planung befindet. In Waging wird gerade ein altes Hotel zu Wohnungen umgewandelt, in welchem es auch ein Konzept für betreutes Wohnen geben wird.

Wir wollen hier auch auf die Besonderheiten über den Umgang mit bestehender Bausubstanz eingehen und auch energetische Sanierungskonzepte vorstellen. Aber auch Erweiterungen im Sinne der Verdichtung von bestehenden Baugebieten werden hier ihren Platz finden.
Schauen Sie immer mal wieder hier herein!

Bahnhof Tittmoning

In der Stadt Tittmoning wird an der Umnutzung des alten Bahnhofs gearbeitet. Entstehen soll ein neuer Stadtteil nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit direkt am Fuße der Burg. Das neue Quartier soll baulich an die historisch bedeutende Altstadt anschließen und durch ökologische, energiesparende und barrierefreie Bauweise überzeugen. Informationen dazu finden Sie in Kürze an dieser Stelle.

Weitere Informationen zum alten Bahnhof Tittmoning:

https://www.alterbahnhof-tittmoning.de/

Knallerhof

Wie durch viel Einsatz und Herzblut ein teilweise jahrhundertealtes Anwesen zu einem Schmuckstück reifen kann beweist Franz Aicher auf seinem Knallerhof auf dem Güßhübel. In mühevoller Arbeit gelang es ihm, aus einer alten Scheune einen viel beachteten Veranstaltungsraum zu erschaffen und das Wohnhaus des Anwesens von Bausünden zu befreien. Dadurch wird deutlich, dass nicht immer zwingend neu gebaut werden muss, um den eigenen (Wohn-)Traum zu verwirklichen. Mit Geschick und Ideen lassen sich auch bestehenden Gebäuden in wahre Schmuckstücke umbauen.

 

WIE ES ZUR BAUSÜNDE KAM

Das Hauptgebäude aus dem 17. Jahrhundert, ein für die damalige Zeit regionstypischer Blokcbau, wurde im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut und erweitert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Blockbauwand der Nordseite des Wohnhauses entfernt und durch eine Steinmauer ersetzt. Dies war damals wohl die praktikabelste, billigste Lösung für eine wohl morsche und schadhafte tragende Außenwand. Diese sicherte zwar von nun an das Gebäude und erfüllte ihren Zweck, war optisch allerdings nicht wirklich passend.

Bilderquelle: Mit freundlicher Genehmigung von Franz Aicher, Knallerhof

Franz Aicher hatte dann vor über 10 Jahren eine wohl in der Form einzigartige Idee: Das Austauschen eines ganzen Mauerecks und die Wiederherstellung der bisher gemauerten Außenwände des Anwesens in der traditionellen und ursprünglichen Blockbauweise. Trotz der vorhergesehenen Schwierigkeiten und Herausforderungen wurde dieses Projekt mit einer spezialisierten Schreinerei aus Schleching in Angriff genommen. Dieses historisch bedeutsame Gebäude war es einfach wert, dass es nicht nur erhalten wird, sondern in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wird. Als Baumaterial wurde nachhaltiges Holz aus der Region verwendet.

Bilderquelle: Mit freundlicher Genehmigung von Franz Aicher, Knallerhof

WIE EINE BAUSÜNDE AUSGEMERZT WIRD

Nach der Konkretisierung der Idee wurde im Jahr 2010 mit den Arbeiten begonnen. Zuerst wurde das Haus soweit abgesichert, dass das Gebäude auch ohne die stützende Steinmauer sicher stand. Anschließend begannen die Erneuerung der Außenmauer, der betreffenden Innenwände sowie des Balkons und der Bau einer Unterkellerung. In mühevoller Handarbeit – die neuen Balken mussten beispielsweise per Hand millimetergenau an die vorhandene, originale Bausubstanz angepasst werden – gelang es innerhalb von drei Monaten, das Hauseck zu erneuern und so den alten Glanz wiederherzustellen. Auch der Innenausbau wurde schnell fertiggestellt. So entstand ein Wohnanwesen mit allen Bequemlichkeiten der modernen Zeit, aber mit dem Charme früherer Jahre. Der anfangs deutlich sichtbare optische Unterschied zwischen alten und neuen Balken erzählt die besondere Geschichte des Hauses – noch: Denn die kräftige helle Farbe des Neubaus wird bald verblassen.

Bilderquelle: Mit freundlicher Genehmigung von Franz Aicher, Knallerhof

WIE EIN PLATZ FÜR ALLE GESCHAFFEN WIRD

Der Knallerhof auf dem Güßhübel steht aber nicht nur für die kreative und gewagte Idee der vollständigen Wiederherstellung des Hausecks, sondern auch für einen Treffpunkt für alle Menschen. In der liebevolll gestalteten Scheune finden zahlreiche Veranstaltungen – von Lesungen bis hin zu Kochkursen ist vieles dabei – statt, in der Bücherhütte steht Tüchtigen, die den „Luise-Rinser-Wanderweg“ auf sich nehmen ein Ort zum verweilen bereit. Auch an eine Kapelle, die an die bewegte Vorgeschichte des Hofs erinnert, wurde errichtet und dient nun als Oase der Ruhe und des Glaubens.

Steckbrief

Bauherr: Franz Aicher
Baufirma: Vinzenz Bachmann Bau GmbH & Co. KG
www.vinzenz-bachmann.de Standort: Güßhübel 2, 83417 Kirchanschöring
Besonderheiten: Umbau mit nachwachsenden Rohstoffen, vielfältige Neunutzung eines alten landwirtschaftlichen Anwesens

Ansprechpartner

Franz Aicher
Telefon: +49 (0) 8685 / 919623
E-Mail: kontakt@knallerhof.de