Ressourcen

LEBEN HEISST RESSOURCEN NUTZEN

Die Frage ist wieviel. Der diesjährige deutsche Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) war bereits am 3. Mai (Quelle: Umweltbundesamt). Somit wurde in einem knappen halben Jahr bereits das Ressourcenbudget des gesamten Jahres aufgebraucht. Die Themen Bauen und Wohnen tragen hierzu einen erheblichen Anteil bei. Zeit also, sich Gedanken zu machen, wie wir das Thema in den ILE-Gemeinden intelligent und zukunftsorientiert gestalten können.

DIE ÖKOBILANZ

Wussten Sie, dass der CO2-Ausstoß durch die Herstellung von Baumaterialien über den gesamten Lebenszyklus eines Hauses fast genauso hoch liegen kann wie derjenige, den Sie für das Heizen verursachen?

INTELLIGENT BAUEN

Die Herstellung von Baumaterialen verbraucht Rohstoffe und Energie und erzeugt einen erheblichen Anteil an CO2; dieser Anteil muss sich in Zukunft verringern. Moderne Gebäue erzeugen für die Herstellung der Baumaterialien fast ebenso viel CO2 wie für Heizen und Strom über den gesamten Lebenszyklus ausgestoßen wird. Ressourcen intelligent nutzen heißt, den Verbrauch neuer Ressourcen zu verringern, beispielsweise über die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, und auf der anderen Seite, Materialien bereits produzierter Produkte nach der ersten Verwendung für die Produktion wieder verfügbar zu machen.

ROHSTOFFLAGER HAUS

Übertragen auf das Bauen können Häuser aus Holz gebaut und so konstruiert werden, dass sich alle einzelnen Materialien und Schichten wieder trennen lassen. Dies ist bisher selten der Fall; meist finden sich bis zu 20 Baustoffe allein in einer Wand, fest verbunden, und damit nur als Verfüllmaterial zu verwenden oder als Abfall zu deponieren. In Zukunft werden Gebäude auf eine Weise gebaut werden (müssen), die eine leichte Demontage ermöglichen. Das Gebäude entwickelt sich vom Abfallproduzenten zum wertvollen Rohstofflager.

VOM KONSUMENTEN ZUM PRODUZENTEN

Aber auch während der Nutzung können wir einiges dazu beitragen, dass ein Haus und seine Bewohner weniger konsumieren. Ein guter energetischer Standard sorgt dafür, den Heizwärmebedarf zu reduzieren. Statt Öl oder Gas können Solarkollektoren zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden und Photovoltaikanlagen den benötigten Strom produzieren. Auf diese Weise lassen sich auch heute schon Plus-Energie-Gebäude erstellen, auch bei einer Sanierung. Sie tragen somit ganz aktiv zur Senkung des Ressourcen- und Energieverbrauchs bei und werden nebenbei vom Konsumenten zum Produzenten.

„Wir können heute (fast) alles bauen, die Frage ist, was wollen wir in Zukunft bauen?“ 

Zitat Prof. Brian Ford, Großbritannien, anlässlich der PLEA – einer internationalen Konferenz zum nachhaltigen Bauen

DER LEBENSZYKLUS

Somit entscheidet der ganze Lebenszyklus eines Hauses – von der Herstellung über den Betrieb bis hin zum Lebensende – über den Ressourcenverbrauch. Genau darum geht es beim nachhaltigen Bauen. Das Ziel sind komfortable und gesunde Lebensräume mit geringem Ressourceneinsatz oder sogar der Ressourcengewinnung. Nutzen Sie die Angebote der – staatlich geförderten – Energieberatung und lassen Sie eine (Ökobilanz) Ihres Gebäudes durchführen. Diese Methoden helfen, ökologisch und wirtschaftlich die besten Lösungen zu finden. Manche Städte und Gemeinden fördern zudem die Optimierung von Gebäuden und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe sogar finanziell. Als Qualitätssicherung können auch Zertifizierungssysteme für nachhaltiges Bauen dienen.

Plus-Energie-Häuser